Kill, kill, kill for the KGB (The Americans, Staffel 2)

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Ein Hotelzimmer voller Leichen: Eine Familie ist ermordet worden. Für Philipp und Elisabeth, den beiden KGB-Schläfern in den USA, ist das ein schwerer Schock. Die Toten waren auch KGB-Agenten und gute Freunde. Nur wer hat sie ermordet? Ist ihre Tarnung aufgeflogen? Und sind nun Philips und Elisabeths Kinder Gefahr? The Americans führt das Staffel 1 entwickelte Szenario mit interessanten Wendungen und deren Konsequenzen wunderbar fort.

Die Kinder werden flügge

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Philipp und Elisabeth selbst müssen ganz neuen Herausforderungen stellen: Gab es in Staffel 1 zwischen den Beiden eine ernsthafte Vertrauenskrise, ist dieser kleine Ehesturm zu einem lauen Lüftchen verkommen. Zum Problem gerät dagegen die Neugier der eigenen Kinder. Tochter Paige traut ihren Eltern nicht mehr. Sie vermutet, dass ihre Eltern etwas verbergen. Sie forscht und bohrt, beißt aber auf Granit. Enttäuscht wendet sie sich der Kirche zu und engagiert sich in einer Jugendgruppe. Für die beiden gottlosen Eltern und Kommunisten ist das natürlich ein Affront. Sohn Henry ist dagegen zahmer. Er kämpft um eine nagelneue Videokonsole, die er nicht bekommt. Schließlich bricht er bei den Nachbarn ein, um dort zu spielen. Die Sorgen um die Kinder beschäftigt die Jennings nachhaltig. Doch auch Vater Philipp ist vor den Einflüsterungen des Kapitalismus nicht gefeit. Er kauft sich einen aufgedonnerten Sportwagen, was bei seiner Frau, der linientreuen Kommunisten, mit mehr als nur einem Kopfschütteln quittiert wird. Auch stellt er sich wieder einmal in Frage, warum er seinen Brotberuf ausübt: Informationen besorgen und notfalls Menschen umbringen, um seine Haut zu retten. Das viele Blut an Händen hinterlässt bei ihm Spuren auf der Seele.

Technologischer Wettlauf

Gewissensbisse schafft er allerdings öfters, als ihm lieb ist. Denn die Amerikaner arbeiten im Geheimen an der Stealth-Technologie, die Flugzeuge und U-Boote für den russischen Radar unsichtbar macht. Die Sowjetunion wäre ein verwunderbares Ziel. Höchste Aktionismusstufe für Philipp und Elisabeth, wofür sie ihr übliches Repertoire ausspielen: Sie entführen Wissenschaftler, verführen amerikanische Geheimdienstmitarbeiter und führen Auftragsmorde aus. Das zweite Eisen im Feuer der Sowjets ist der FBI-Mann Stan Beeman. Er hat sich Hals über Kopf in die Botschaftsangestellte Nina verliebt, die er zuerst als Spionin angeworben hatte. Nun wird der Spieß rumgedreht: Die russische Botschaft versucht Beeman zu zwingen, für Moskau zu spionieren, sonst drohe Nina Ungemach. Beim Schauen hab ich mich gefragt, wann es den Russen eigentlich dämmert, dass sie in diesem technologischen Wettlauf immer hinten sind. Ein Fehler im System? Vielleicht ist das der heutigen Vogelperspektive geschuldet und führt zuweit. Ein russischer Botschaftsmitarbeiter drückt die Notwendigkeit der Spionage so aus: Die Balance zwischen den beiden Mächten müsse wieder hergestellt werden. Dieser Ansatz erinnert an die Balance of Power, die von England im 19. Jahrhundert verfolgt wurde. Aus der Sicht der Russen mag das Sinn ergeben. Mich würde dann zwangsläufig interessieren, ob die amerikanischen Spionage-Bemühungen auf sowjetischen Grund und Boden auch so intensiv waren, basiert doch The Americans auf einem Gutteil Wahrheit. In der Serie fließt auch das zeitpolitische Geschehen der 1980er hinein: Die Ausbildung von Contra-Rebellen für Nicaragua auf amerikanischen Boden oder die Verwicklungen der Russen in Afghanistan werden angeschnitten. Für Philipp und Elisabeth gibts eigentlich kaum Ruhepausen. Ich muss gestehen, je mehr ich von der Serie sehe, desto mehr will ich über diesen ziemlich heißen Krieg mit geschlossenem Visier wissen. Ich freu mich schon auf die dritte Staffel, derzeit in den USA läuft. Denn: Die Haupt-Storyline der zweiten Staffel „Wer hat die befreundete Familie getötet“ schließt mit einem coolen Twist und bietet einen Cliffhanger, der sich gewaschen hat.

Fazit: Schön, dass sich Serien auch steigern können. Die zweite Staffel von The Americans hat mir außerordentlich gut gefallen, schöne Geschichten, zweifelnde Hauptfiguren und der tolle Twist in der finalen Episode ergeben: 5 von 5 Sternen.

Weitere Serien:

The Americans Staffel 1

The Walking Dead Staffel 1

Fargo Staffel 1

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Ein Gedanke zu “Kill, kill, kill for the KGB (The Americans, Staffel 2)

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