Top Ten des Jahres 2014

© IFC Productions

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Ohne langes Rumreden präsentiere ich die meiner Meinung nach besten Filme und Serien 2014.

 

Das Erscheinungsjahr spielt dabei keine Rolle. Leider habe ich nicht zu allen gewerteten Filmen/Serien eine Kritik verfasst, da mein Blog erst seit drei Monaten richtig existiert. (Wer auf den jeweiligen Titel klickt, kommt auf die entsprechenden Blogeinträge oder die Imdb-Seite.)

Die Top 10 in Sachen Film 2014:

10. Interstellar Eigentlich ein Film, der mich nicht zu 100 Prozent überzeugt hat. Regisseur Christopher Nolan wollte ein bisschen zuviel und hat mit Interstellar eine „sanfte“ Bruchlandung erlitten. Aber: Endlich hat sich ein Regisseur im Hollywood-Kino wieder etwas getraut und keine langweilige Fortsetzung eines Superhelden-Films gedreht. Allein das verdient Anerkennung.

9. Clouds of Sils Maria Wer sich gerne in Metaebenen verliert, ist bei Clouds of Sils Maria bestens aufgehoben. Eine Geschichte über das Altern, das Frau-Sein und verschobene Realitäten. Juliette Binoche und Kirsten Stewart liefern sich ein beeindruckendes Duell.

8Snowpiercer Ein Zug rast durch ein ewiger Eis. Die Menschen in Waggons leben ganz unterschiedlich, je nach Status. Eine Metapher auf die Ungerechtigkeit der Welt. Man mag kaum glauben, was alles in so einem Waggon Platz hat.

7. 20.000 days on Earth Ein spannendes Portrait über den Schriftsteller/Sänger/Schauspieler Nick Cave, das einen tiefen Einblick in seine Künstlerseele gibt.

6. A girl walks home alone at night Ein trauriger, cooler Independent-Western als Vampirgeschichte in schwarzweiß. Komplettiert wird dieses Fest für den Kinofreund mit einem deftigen elektronischen Soundtrack.

5. Grand Hotel Budapest Ein Wes Anderson Film. Damit ist schon viel gesagt: Ein rasante Geschichte, witzige Dialoge und ein Design, das seinesgleichen sucht. Beste Komödie des Jahres!

4. Under the skin Der Zuschauer bekommt in Under the skin nichts erklärt, sondern darf sich alles selbst zusammenreimen. Scarlett Johansson als aparter männerfressender Alien haute mich aus den Socken – nix für einen gemütlichen Filmabend.

3. Plemya Dieser Film war eine neue Erfahrung für mich. Ohne ein gesprochenes oder zu lesendes Wort wird eine Geschichte von taubstummen Jugendlichen in der Ukraine erzählt.

2. Her Eine Dystopie, die mich dank der sehr durchdachten Geschichte überzeugt hat. Beim Ansehen des Films hab ich zwischendurch gejubelt, was für coole Wendungen und Ideen eingebaut wurden. Eine spannende Zukunftsvision für unsere dichter vernetzte Welt. Der berühmte Vorsprung durch Technik birgt eben auch einen Rückschritt bei der Freiheit. Gerade im Hinblick auf Dave Eggers bemerkenswertes Buch „The Circle“ eine tolle Ergänzung.

Trommelwirbel!

1. Boyhood Der verdiente Sieger meiner Top Ten ist bislang einzigartig in der Welt des Kinos: Kein Film nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise, die in 12 Jahren gedreht wurde. Und zwar immer mit den selben Schauspielern. Man sieht der Hauptfigur Mason beim Aufwachsen zu, von einem kleinen Steppke bis hin zu seinen ersten Bewährungsproben in der Erwachsenenwelt. Es ist wie ein Blättern durch ein Familienalbum mit einer Mischung aus ganz viel Nostalgie und einer Prise Melancholie. Masons Geschichte ist weder besonders spektakulär noch dramatisch – einfach nur durchschnittlich. Genau das macht sie einerseits so normal und andererseits so besonders. Sie vermittelt en passant tiefe Wahrheiten über das Menschsein. Ich hab den Film damals auf der Berlinale gesehen. Und nach dem Abspann standen Regisseur und die Schauspieler auf der Bühne. Nach den vorhergegangenen 163 Minuten ein besonderes Erlebnis.

In Warteposition: Vier aussichtsreiche Kandidaten für die Liste, die ich leider nicht gesehen habe: Locke, Nightcrawler, Only lovers left alive. Und als Geheimtipp eine Vampirkomödie: What we do in shadows 

Enttäuschung des Jahres: Der vieldiskutierte Nymphomanic konnte mich nicht überzeugen. Regisseur von Trier wollte mit seinem Film schocken. Doch in einer sehr sexualisierten Gesellschaft funktioniert das nicht.

Fazit: Insgesamt muss ich sagen, dass der Filmjahrgang 2014 nicht so umwerfend war – trotz einiger Lichtblicke.

Die Top 5 in Sachen Serie 2014

1. Fargo (Staffel 1) Wo der bekannte Independent-Film Fargo aufhört, macht die Serie weiter. Das Setting und der schwarze Humor bleiben, nur die Geschichte verläuft in anderen Bahnen. Hab mich köstlich amüsiert.

2. True Detektive (Staffel 1) Was für eine grandiose Geschichte kombiniert mit überzeugenden Hauptdarstellern (Woody Harrelson und Matthew McConaughey). Wer einen spannenden Krimi mit ganz viel Tiefgang sehen, ist hier bestens aufgehoben.

3. House of cards (Staffel 2) Francis Underwood will mit allen Mitteln Präsident werden. Die zweite Staffel von House of cards setzt nochmal einen drauf. Ich fand sie noch besser, noch fieser, noch durchtriebender als Staffel 1. Der dritte Streich ist ab 27. Februar auf Netflix verfügbar – ich kann es kaum noch erwarten.

4. Borgen (Staffel 1) Wer sagt denn, dass die Europäer nicht auch tolle Serien zustande bringen. Für mich war Borgen eine kleine Überraschung, obwohl die Serie ja bereits seit 2010 erschienen ist. Eine tolle Serie über Macht, Politik, Familie und Skandinavien.

5. Masters of Sex (Staffel 1+2) Die Geschichte der Sexualität ist eine eine Geschichte voller Missverständnisse. Zwei Wissenschaftler nehmen sich in den unschuldigen 50er Jahren diesem Thema an, das damals so heikel war und immer aktuell blieben wird. Die Charaktere haben mir außerordentlich gut gefallen und die Dialoge sitzen. Zumal die zweite Staffel für mich die schönste Episode einer Serie („The Fight“) in diesem Jahr bereit hielt.

Weitere gute Serien: Game of Thrones, Downton Abbey, Homeland, Mad Men, Orange is the new Black

In Warteposition: Utopia, Black Mirror, The Newsroom (Staffel 3) und Homeland (Season 4) möchte ich demnächst anschauen.

Fazit: Bei den Serien herrscht inzwischen ein unglaublich gutes Niveau. Es gibt etwas für jeden Geschmack. Ich komme mit dem Sichten kaum hinterher.

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8 Gedanken zu “Top Ten des Jahres 2014

  1. Hmm, „Interstellar“ ist so eine Sache…Ich schätze wenn man jetzt weiß, worauf es am Ende hinausläuft, käme er ein wenig besser weg.
    An „Under the Skin“ muss ich mich erstmal rantrauen. Die werte Frau Johansson hat ja derzeit einen unglaublichen Lauf. Aber diese Interpretationsfreiheit des Films hält mich auf Distanz- genau wie „Enemy“.

    Habe mir letztens extra den Film „Fargo“ gekauft, damit ich die Serie in Angriff nehmen kann. „True Detective“ konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen…

    Auch hier nochmal einen guten Rutsch!

    Gefällt mir

    • Filme wie Enemy und Under the skin sind beides grandiose Filme. Ich find es eben schön noch überrascht zu werden und keine klassischen Handlungsstrukturen zu sehen a la „Ende gut, alles gut“. Die Interpretationsfreiheit bei „Under the skin“ ist zwar nicht grenzenlos, aber sehr weitläufig.

      Schade, dass dir „True Detective“ nicht gefallen hat. Mit „Fargo“ ist einige Leute auch schon auf die Schnauze gefallen – wer keinen schwarzen Humor mag, kann damit eigentlich nix anfangen. Wünsch Dir viel Spaß beim Schauen!

      Gefällt 1 Person

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