Was steckt hinter „Inception“?

[blip.tv http://blip.tv/play/AYOvliYC.x?p=1 width=“720″ height=“433″]

„Inception“ war ein Phänomen. Die Zuschauer waren hingerissen, die Kritiker auch. 825 Millionen Dollar spielte der Streifen weltweit ein. Manche Schreiberlinge verliehen großzügig Lorbeeren: Der Film sei das Meisterwerk der Dekade. Christopher Nolan hatte sich mit diesem Film im Olymp der großen Regisseure etabliert. Und ja, ich fand Inception auch toll. Die Begründung ist ganz einfach: Die Komplexität bot genügend Stoff für zahlreiche Diskussionen, was sich bei vielen Filmen leider nicht der Fall ist. Was ist da eigentlich genau passiert? Wer träumt eigentlich den Traum? Ist es wirklich Cobbs (DiCaprio) selbst, der träumt? Wie manipuliert Nolan eigentlich seine Zuschauer? Was ist Traum, Realität und Surrealität?

Der Charme der Lüge

Die Antwort liefert die obrige Filmbeitrag. Ich fand es spannend zu sehen, woher sich Nolan seine Inspiration für „Inception“ geholt hat. Er hat fleißig die Filmgeschichte studiert und kopiert. Unter anderem übernahm er Ideen aus Jean Cocteaus „The blood of a Poet“, Satoshi Kons Anime-Klassiker „Paprika“ und ganz besonders Dsiga Wertows  „Man with the Movie Camera“ von 1929. Es ist DER Film über das Filmemachen. Denn er setzt sich mit den Möglichkeiten, Tricks und Illusionen auseinander, wie man eine Geschichte erzählen muss, die mehrere Wahrnehmungsebenen besitzt. Nolan spielt mit diesen Ebenen. Und zwar mit einem Kniff, der sich durch sein ganzes bisheriges Filmschaffen zieht: Dem Zauber der Lüge. Zum Beispiel belügt Harvey Dent in „The Dark Knight“ die Stadt Gotham City oder Leonard aus „Memento“ schwindelt sich gar selbst an. Dabei ist diese Illusion so verführerisch, dass die Protagonisten ihr gerne verfallen. In Inception bevorzugt Cobbs Freundin Mal die Traumwelt statt der Realität. „The Characters are choosing fiction over fact“, heißt es in der Filmanalyse. (Mir fällt an dieser Stelle Platons Höhlengleichnis ein). In Nolans Werk geht es also um große Lügen, die die Realität ausstechen. Will Nolan seinen Zuschauern einen Spiegel vorhalten? Geht es also auch um das Einpflanzen von Ideen/Lügen, die die Süchte der Menschen (Drogen, Medienkonsum, Glückspiel usw.) bedienen, um sie abzulenken? Ist das zu weit gedacht? Was meint ihr?

 

Advertisements

Gib einen Kommentar ab!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s